Uhlenbruck - Die Schleppschiffahrt auf der Gebirgsstrecke des Mittelrheins

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  • Art.Nr.: 10037

Beschreibung:

  Die Schleppschiffahrt

auf der Gebirgsstrecke des Mittelrheins


Eine volkskundliche Untersuchung


Dissertation Mainz 2003


aus der Reihe

Studien zur Volkskultur in Rheinland-Palz

Band 29




Herausgeber / AutorGesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz e.V. / Kurt Uhlenbruck
Verlag:  BOD
Erscheinungsjahr: 2004
Einband: gebunden
, mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 285 Seiten, einige Abbildungen und Illustrationen
Sprache: deutsch
Abmessung mm, ca.:  217
x 155  (Höhe x Breite)
Zustand: NEU - WARE

 


Inhaltsverzeichnis:

  • Grundlagen und Abgrenzung der Untersuchung

    • Einleitung

    • Thematik

    • Schifffahrt und Volskunde

    • Der Forschungsgegenstand

    • Die Forschungsfelder der Untersuchung

    • Methoden der Untersuchung

    • Vorgehen bei den Interviews

  • Geschichte der Schiffahrt auf dem Mittelrhein im 19. und 20. Jahrhundert

    • Allgemeines

    • Verkehr im Wandel

    • Der Ausbau des Rheins auf der Gebirgsstrecke

    • Die Tauer auf dem Rhein

  • Schifffahrt auf der Gebirgsstrecke des Mittelrheins

    • Die Gebirgsstrecke

    • Beschränkung der Schleppschifffahrt auf der Gebirgsstrecke

    • Die Schiffsreede vor Salzig

    • Wirtschaftliche Auswirkung auf Salzig

    • Schiffsleichterung auf der Reede vor Salzig

    • Besonderheiten der Schleppschiffahrt auf der Gebirgsstrecke

    • Das Ende der Schleppschiffahrt und die weitere Entwicklung

    • Wohnen und Arbeiten auf Schleppbooten und -schiffen

    • Allgemeines

    • Die Größe der Besatzung

    • Als Schiffsjunge und Matrose auf Booten und Schiffen

    • Alltag an Bord eines Schleppschiffs

    • Als Matrose und Steuermann auf einem Räderboot

    • Die Besatzung von Schraubenbooten

    • Heizer und Maschinisten

    • Der berufliche Werdegang eines Rheinschiffers

    • Die Wohnung des Kapitäns

    • Ankern

    • Vereinfachte Schiffahrt heute

  • Einrichtungen für die Schiffahrt an der Gebirgsstrecke

    • Agenturen der Reedereien

    • Vorspannboote

    • Die Wahrschau zwischen St.Goar und Bingen

    • Wahrschaustationen

    • Wahrschauer

    • Leineschnäpper

    • Proviantboote

    • In Kestert

    • In Oberwesel

    • Wasser- und Schiffahrtsverwaltung

    • Wasserschutzpolizei

  • Zusammenfassung

  • Fachausdrücke

  • Biographische Daten der Interviewpartner



Über das Buch:


Die Schleppschiffahrt als besondere Form des Gütertransportes wurde auf dem Rhein ab der Mitte des 19. Jahrhunderts durchgeführt und hielt sich bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, als die Schleppzüge von den selbstfahrenden Gütermotorschiffen abgelöst wurden. Solche Schleppzüge konnten mit bis zu acht angehängten Schiffen über 1.000 m lang sein und waren mit dieser Länge in den engen Kurven und der starken Strömung auf der Gebirgsstrecke des Mittelrheins zwischen St. Goar und Bingen nicht mehr manövrierfähig.

Die Salziger Schiffsreede

Schleppzüge, die von Norden bergwärts kamen, mußten daher auf der Schiffsreede in Salzig geteilt werden. Höchstens drei Schiffe konnten bergwärts mitgenommen werden. Die übrigen wurden in Salzig zurückgelassen und in einer weiteren Fahrt des Schleppboots nach Bingen nachgeholt. Je nach Wasserstand ankerten bis zu 300 Schleppschiffe auf der Salziger Schiffsreede und warteten auf die Weiterfahrt. In der Zwischenzeit füllten die Schiffsbesatzungen ihre Lebensmittelvorräte in den Salziger Geschäften wieder auf; deren Umsatz war deshalb von der Zahl der wartenden Schiffe abhängig.

Leben und Arbeit der Schiffer

Da es in jenen Tagen um die Erwerbslage am Mittelrhein schlecht bestellt war, arbeiteten viele Männer zudem direkt auf den Schiffen oder waren mit der Schleppschiffahrt eng verbunden. Da heute nicht mehr viele Schiffer aus dieser Zeit leben und auch nur noch wenige Menschen aus der Region auf Schiffen tätig sind, sollte mit der Untersuchung dargestellt werden, wie stark die Schleppschiffahrt das Leben an der Gebirgsstrecke einst bestimmte, wie der berufliche Werdegang der Schiffer verlief und wie sie auf den Schiffen lebten und arbeiteten.

Methode und Ziel der Untersuchung

Als Methode der Untersuchung wurde in erster Linie von der direkten Befragung Gebrauch gemacht. Im Vordergrund standen bei den Gesprächen jene Personen, die auf den Schiffen einst gearbeitet haben. Darüber hinaus wurden aber auch eingehende Gespräche mit Leuten geführt, die für die Schiffahrt unterschiedliche Aufgaben erfüllten oder die auf sonstige Art mit der Schiffahrt oder den auf den Schiffen lebenden Menschen zu tun hatten (z.B. Proviantbootbesitzer, Wasserschutzpolizisten, Leineschnäpper).

Insgesamt war es das Ziel der Untersuchung, aus volkskundlicher Sicht die Schleppschiffahrt und ihre Besonderheiten auf der Gebirgsstrecke des Mittelrheins darzustellen. Dabei kam es darauf an, die Mühen und schweren körperlichen Strapazen der in der Schiffahrt tätigen Menschen zu protokollieren und im Sinne ?dichter Beschreibungen? ein Bild ihrer Lebensverhältnisse jenseits aller Romantisierungsversuche zu entwerfen. Daneben war auch zu berücksichtigen, daß einst in vielfältiger Weise Einrichtungen und Dienste für die Schleppschiffahrt auf der Gebirgsstrecke des Mittelrheins bestanden, an die uns heute allenfalls noch spärliche Zeugnisse erinnern (z.B. Wahrschaustationen, Reedereiagenturen).


Über den Autor:

Kurt Uhlenbruck wurde 1927 in Boppard am Rhein geboren. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft bestand er 1946 die Reifeprüfung in Boppard und studierte anschließend Veterinärmedizin. Sein Studium schloß er 1950 an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover mit dem Examen ab; 1951 wurde er dort auch zum Dr. med. vet promoviert. Es folgten fast 40 Jahre Berufstätigkeit als Veterinärmediziner in unterschiedlichen Positionen.

Nach seiner Pensionierung entschloß sich Kurt Uhlenbruck dazu, noch einmal die Universität zu besuchen und mit einer Untersuchung zu einem Thema promoviert zu werden, das ihn seit seiner Kindheit beschäftigt hat: die Schleppschiffahrt auf der Gebirgsstrecke des Mittelrheins. Die Arbeit wurde 2003 eingereicht und ihr Verfasser im selben Jahr "mit großem Lob"(mcl) zum 2. Mal in seinem Leben promoviert.

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